Produzieren in Deutschland

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  • 15. Mai 2008
Bei Elektroplanungen in Deutschland kenne ich mich sehr gut aus, beim Thema produzieren in Deutschland eher weniger gut. Das Thema halte ich jedoch für so wichtig, dass ich hier einen aktuellen Gastkommentar eines Mittelständlers veröffentliche möchte. Es handelt sich um einen Kommentar von Joachim Hagemann, Geschäftsführender Gesellschafter der Fa. Doepke Schaltgeräte. Die Fa. Doepke fertigt seit über 50 Jahren elektrische Schaltgeräte in Ostfriesland und Thüringen.

„Fertigen in Deutschland…
…wird dem Mittelstand nicht wirklich leicht gemacht.
Wir haben bisher in über 50Jahren unsere Fehlerstrom- und Leitungsschutzschalter, aber auch die kompletten elektronischen Schaltgeräte in Deutschland gefertigt (Norden in Ostfriesland und Bickenriede in Thüringen). Das soll auch so bleiben.
Mit unseren Mitarbeitern identifiziert sich die gesamte Führungsriege. Sie sind unser wertvollstes Kapital – und das ist bei uns nicht nur eine Floskel: Wir leben das. Wir Mittelständler sind es, die sich für die Menschen in ihren Regionen persönlich verantwortlich fühlen.
Und nun das neue Steuergesetz, z.B. die Erbschaftssteuer. Großunternehmen erhalten 3-4stellige Millionen-Subventionen und sind nur 5 Jahre an den Standort Deutschland gebunden. Der Deutsche Mittelstand bekommt keine Subventionen, sondern wird nur dann steuerlich verschont, wenn er seinen Betrieb 15 Jahre fortführt, und das auch nur, wenn er sich verpflichtet, die Mitarbeiterzahl zu halten – wer kann das schon über einen so langen Zeitraum?
Mindestens 8 Milliarden hat die Sachsen-LB, 4 Milliarden die West-LB, 4 Milliarden die Bayern-LB (Was haben die auf dem amerikanischen Immobilienmarkt verloren?) und 9 Milliarden die IKB/KfW (Geld, welches für den deutschen Mittelstand gedacht war) in den Sand gesetzt. Da gibt’s nicht mal eine Dienstaufsichtsbeschwerde, geschweige denn ein Untreueverfahren gegen die Zocker und Scharlatane à la Ingrid Matthäus-Maier und so genannte „Aufsichtsfuzzis“ wie Linssen, Gabriel, Lafontaine & Co.
Da passt jetzt auch noch die Aussage von Deutsche-Bank-Chef Ackermann hinein, der nach einer konzertierten Aktion von Banken, Regierungen und Notenbanken ruft. Den Staat als Krisenhelfer anzurufen, ist – gelinde gesagt – eine Unverschämtheit. Da sollen wir Steuerzahler die Fehler der Banker abfedern.
Wir deutschen Mittelständler – und dazu gehören insbesondere auch die deutschen Elektroinstallateure – müssen an einem Strang ziehen, wenn es um deutsche Interessen und deutsche Arbeitsplätze geht. Wir, der Mittelstand, sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Alle Zahlen belegen das, allerdings honoriert es die Politik oft nur mit schönen Worten.
Joachim Hagemann
Geschäftsführender Gesellschafter“

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