Lichtsteuerung in Kindertagesstätten – Welcher Melder ist der Richtige?

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  • 15. September 2014
Dieser unauffällige, weiße Bewegungsmelder schaltet die Außenbeleuchtung der Kindertagesstätte „Wurzelzwerge“ in Freital-Kleinaundorf. 

Die Energiekosten steigen ständig. Deshalb soll auch in Kindertagesstätten das Licht nur an sein, wenn es wirklich gebraucht wird. In den Gruppenräumen müssen und wollen es die Erzieherinnen meist selbst schalten. Im Außenbereich, in Fluren, Gängen und Treppenhäusern werden zur Lichtsteuerung Bewegungsmelder, HF-Sensoren und Ultraschallmelder eingesetzt.

Ich weiß, diese Vielzahl verwirrt Sie. Für die Auswahl haben Sie Ihre Fachleute. Damit Sie Ihrem Elektroplaner oder Elektriker beim nächsten Projekt die richtigen Fragen stellen können, möchte ich Ihnen in diesem Post die wichtigsten Eigenschaften und Anwendungsgebiete der einzelnen Melder vorstellen.

Bewegungsmelder

Am weitesten verbreitet und am besten bekannt sind Bewegungsmelder. Der typische Einsatz erfolgt im Außenbereich; sie werden aber auch in Fluren, WCs und Treppenhäusern eingesetzt. Wenn im Erfassungsbereich des Melders Personen anwesend sind, schaltet er das Licht ein. Das geschieht erst, wenn eine bestimmte Beleuchtungsstärke unterschritten wird. Die Infrarot-Detektoren im Melder nehmen die menschliche Wärmestrahlung auf und reagieren dann.

Präsenzmelder

Auch beim Präsenzmelder kommt die sogenannte Passiv-Infrarottechnik wie beim Bewegungsmelder zum Einsatz. Der Präsenzmelder besitzt jedoch eine um vieles hochauflösendere Sensortechnik. Damit reagiert er viel empfindlicher als ein Bewegungsmelder. Deshalb ist er auch für Bereich geeignet, in denen sich Personen weniger stark bewegen; z. B. in Personalräumen, Büros ;-) etc.

Hochfrequenztechnik (HF-Sensoren)

In den letzten 10-15 Jahren haben sich die HF-Sensoren mehr und mehr verbreitet. Der Sensor sendet hochfrequente Wellen aus und empfängt das von den Wänden und Objekten reflektierte Echo. Die HF-Wellen durchdringen auch Leichtbauwände, Glas und Holz. Deshalb werden sie häufig direkt in Leuchten eingebaut. Betritt Ihr Besucher den Gang in Ihrer Kita, geht wie von Geisterhand eine Leuchte nach der anderen an. Der Nachteil diese Effektes ist, dass auch bei Bewegungen im Nachbarraum das Licht eingeschalten wird. Bei mir hatte sich einmal die Leiterin einer Kita beschwert. Die Leuchten mit HF-Sensoren in den Abstellräumen gingen auch an, wenn jemand auf dem Gang davor entlang lief ….

Ultraschallmelder

Ultraschallmelder haben sich in der Einbruchmeldetechnik seit Jahren bewährt. Nun können Sie diese Technik auch für die Lichtsteuerung nutzen.

Die Technik ist so ähnlich wie beim HF-Sensor. Der Ultraschallsensor sendet Ultraschalwellen aus. Die Ultraschallwellen breiten sich im jeweiligen Raum vollständig aus und „füllen“ ihn bis zum letzten Winkel. So können z. B. Bewegungen hinter Trennwänden, Stühlen und Tischen problemlos erfasst werden. Im Gegensatz zum HF-Melder bleibt die Erfassung auf den Raum beschränkt. Durch seine Eigenschaften ist der Ultraschallmelder hervorragend als Präsenzmelder für Gänge, Büros und Personalräume geeignet.

Haben Sie jetzt genügend Ideen für die Lichtsteuerung in Ihrer Kita? Ich denke, das haben Sie.

Nun können Sie ohne Herzklopfen zu Ihrem Elektroplaner oder Elektroinstallateur gehen und Ihr neues Projekt zur Lichtsteuerung in Angriff nehmen.

Was ist Ihre Meinung?