Hier erfahren Sie als Bauherr, Architekt und Planer, was Sie bei der Planung von Kindereinrichtungen beachten müssen. Mit unseren Hinweisen zu gültigen Vorschriften wird Ihre Arbeit erleichtert.

Wie soll das Licht im Kindergarten sein?

Spielen, Toben, Basteln

Gutes Licht im Kindergarten trägt maßgeblich zu einer motivierenden Atmoshphäre bei und ist im Kindesalter besonders wichtig. Es fördert die visuelle Aufnahmefähigkeit. Auch bei Kindern sorgen optimale Sehbedingungen für physisches und psychisches Wohlbefinden. Interesse, Aufmerksamkeit und Konzentration dauern länger an. Spielen kann anstrengend sein. Schwieriger ist die Sehaufgabe bei Bastelarbeiten. Noch höher sind die Anforderungne an die Konzentration bei den ersten gemeinsamen Lernaufgaben. Insofern ist die Beleuchtungsaufgabe im Kindergarten ähnlich der in Unterrichtsräumen. Ziel der Beleuchtung sind jederzeit gleich gute Sehbedingungen im ganzen Raum. Dies ist Aufgabe der Allgemeinbeleuchtung.

Wirtschaftliches Licht erzeugen Leuchten für Dreibandenleuchtstofflampen auch als Lichtband, vorzugsweise abgependelt, mit direkt / indirekter Lichtwirkung und entsprechend aufgehellten Decken.

 

Architekten haben oftmals eine Abneigung gegen dieses technische Licht. Dass es sehr wirtschaftlich ist, wei eigentlich jeder. Unserer Meinung nach kann der negative Eindruck mit modernen Leuchtmitteln durch die Wahl einer wärmeren Lichtfarbe weitgehend gemindert werden.

Eine Alternative für Bereiche mit direktem Licht sind Downlights mit Kompaktleuchtstofflampen. Ergänzend eingesetzt werden Wandleuchten oder Strahler.

Sichere Flucht auf Knopfdruck - Verschlüsse von Notausgängen in Kindertageseinrichtungen

Verschlüsse von Notausgängen in Kindertageseinrichtungen

Ein Thema bei dem Bauherrn, Architekten und Elektroplaner immer wieder ins Schwitzen kommen, ist die Ausführung der Notausgänge in Kindertageseinrichtungen.

Erzieherinnen in Kindergärten sind dafür verantwortlich, dass die Kinder das Gebäude nie unbeaufsichtigt verlassen können. Die Türen müssten daher ständig verschlossen sein. Dem widerspricht aber das Baurecht. Es fordert, dass die Kinder im Notfall die Möglichkeit haben müssen, ohne fremde Hilfe nach draußen zu gelangen.

Ohne fremde Hilfe bedeutet aber, dass die oftmals ausgeführte Variante mit Türdrückern in einer Höhe von 1,60m nicht zulässig ist.

Als Ausweg bleibt nur die Zugangstüren elektrisch zu verriegeln. Im Gefahrenfall muss jedoch immer die Flucht durch diese Türen möglich sein.

Um diese 2 Ziele zu erreichen, setzt der Elektroplaner eine so genannte Fluchttürsteuerung ein.

Die durch die Fluchttürverriegelung gesicherte Tür ist für Kinder nur im Notfall begehbar. Für Erwachsene wird innen und außen ein Freigabetaster montiert. Mit einer Montagehöhe von 1,70m bis 1,80m kann er nur von Erwachsenen betätigt werden.

Die Nottaste ist auch für Kinder erreichbar. Sie ist als gut sichtbarer roter Knopf ausgeführt. Bei Gefahr wird durch Betätigung der Nottaste die Tür sofort freigeschalten. Gleichzeitig wird ein Alarm ausgelöst, um die Aufsichtsperson auf den Vorgang aufmerksam zu machen.

Die Fluchttürverriegelung arbeitet nach den Ruhestromprinzip. Das heißt, die Tür wird bei Stromausfall, Notentriegelung oder Freischaltung sofort freigegeben.

Die Türsteuerung mit dem Nottaster befindet sich bei den meisten handelsüblichen Systemen in einem kompakten Unterputz-Gehäuse. Die Aufschaltung von externen Signalen (zusätzliche Taster, Zeitschaltuhren, Alarmsignal Brandmelderanlage etc.) zur Fluchttürentriegelung oder –sperrung ist möglich. Damit lassen sich z. B. die folgenden Funktionen realisieren:

– Der Freigabetaster außen für die Erwachsenen ist nur während der Hauptzugangzeiten aktiv (z. B. 6.30 bis 8.00 Uhr und 15.30 bis 17.00 Uhr). Außerhalb dieser Zeiten müssen sich Erwachsene über die Klingel- oder Türsprechanlage anmelden. Damit wird das unberechtigte Betreten der Einrichtung eingeschränkt.

– Mit zusätzlichen Tastern kann die Tür auch von einer ständig besetzten Stelle (Leiterzimmer, Personalraum etc.) geschalten werden. Die Betätigung über die Tasten der Türsprechanlage ist möglich.

– Wird das Alarmsignal der in der Kindertageseinrichtung vorhandenen Brandmelderanlage auf die Fluchttürsteuerung aufgeschalten, erfolgt die Entsperrung der Fluchttür bei Gefahr automatisch.

effeff-fluchttuer

Prinzipaufbau Fluchttürsteuerung

Quelle:  effeff Sicherheitstechnik

Ergänzung vom 23.06.2006.

Verschlüsse von Notausgängen in Kindertageseinrichtungen sind weiterhin ein Dauerthema, weil man die folgenden 2 grundsätzliche Dinge nie unter einem Hut bekommt:

  1. Gewährleistung der Fluchtmöglichkeiten auch für Kinder: >> Nottaster in „Kinderhöhe“.
  2. Gewährleistung der Aufsichtspflicht der Erzieher: >> Nottaster in „Erwachsenenhöhe“

 

Das Sächsische Staatsministerium des Inneren hat sich jetzt in einem Schreiben vom 20.04.2006 an die Landeshauptstadt Dresden dafür ausgesprochen, die Entscheidung dem Betreiber zu überlassen.

Auszug aus dem Schreiben:

„Unzulässig ist das Abschließen von Türen in Rettungswegen.

Da aber insbesondere in Kindertageseinrichtungen neben den
bauaufsichtlichen Anforderungen hinsichtlich des Brandschutzes auch die Wahrung der Aufsichtspflicht durch das Personal zu berücksichtigen ist, ist die Entscheidung zur Anordnung der Verschlüsse von Notausgängen in Abwägung der Gefährdung vorzunehmen. Werden Türdrücker so angeordnet, dass sie nicht von den Kindern betätigt werden können, ist durch den Betreiber der Kindertageseinrichtung die Gewährleistung der ständigen Aufsichtpflicht nachweislich sicherzustellen.

Diese eigenverantwortliche Entscheidung obliegt dem Betreiber der Einrichtung.“

Feststellanlagen in Kindereinrichtungen - So entscheiden Sie als Bauherr, Architekt und Planer richtig!

– So entscheiden Sie als Bauherr, Architekt und Planer richtig!

Neben den Fluchttürsteuerungen sind in Kindertageseinrichtungen bei der Elektroplanung auch immer wieder die  Feststellanlagen ein Thema bei der Abstimmung zwischen dem Bauherrn / Architekten und dem Elektroplaner. Damit Sie das nächste Mal Ihrem Elektroplaner oder Elektriker etwas klüger gegenübertreten können, haben wir Ihnen die wichtigsten Punkte zu Feststellanlagen in einer Tabelle zusammengefasst.

Was ist eigentlich eine Feststellanlage? Feststellanlagen sichern feuerhemmende Türen, die im täglichen Betriebsablauf offen sein müssen. Sobald Rauch gemeldet wird, löst der Feststellmechanismus die Tür. Die Feuerschutztüren schließen sich und verhindern das Ausbreiten von Brand- und Rauchgasen auf benachbarte Räume und Gebäude und schränken die Ausweitung des Feuers ein.feststellanlageschema-sw[Quelle: Katalog Fa. GEZE 8.95]
Wer fordert Feststellanlagen? Der Gesetzgeber verlangt, dass Feuerschutzabschlüsse ständig geschlossen sind. Das ist wichtig, denn gerade die gefährlichen Rauch- und Brandgase werden durch die Feuerschutzabschlüsse wirkungsvoll an der Ausbreitung gehindert. Andererseits brauchen Sie z. B. in Hotels, Kindergärten, Krankenhäusern und Betrieben barrierefreie Durchgänge für ungestörten Publikumsverkehr und reibungslose Betriebsabläufe.
Feuerhemmende Türen müssen immer zu und immer offen sein. Wie soll das gehen?2 Ordner mit Blatt Wie können die beiden gegensätzlichen Forderungen erfüllt werden? Sie wissen es schon: mit Feststellanlagen. Das Prinzip ist einfach, aber äußerst effektiv. Die Feuerschutzabschlüsse sind mit einem Türschließer und einem Feststeller ausgestattet. Im Normalfall hält der Feststeller, ein Elektromagnet oder entsprechend ausgerüsteter Obentürschließer die Tür geöffnet. Das Publikum kann ungehindert passieren, Betriebsabläufe werden nicht durch ständiges Tür auf, Tür zu behindert. Brandmelder überwachen die kritischen Zonen.Tritt nun der Gefahrenfall ein, erkennen die Brandmelder völlig selbsttätig – bei Tag und bei Nacht, auch an Wochenenden und in arbeitsfreien Zeiten – selbst kleinste Konzentrationen von Rauch- und Brandgasen. Sie geben Ihre Meldung sofort an einen Rauchschutzschalter weiter. Dieser stoppt die Stromzufuhr zum Elektromagnet und der Türschließer schließt die Türe automatisch und völlig selbsttätig. Die Ausbreitung der hochgiftigen Rauch- und Brandgase ist wirkungsvoll unterbunden.
Was passiert mit den Personen in den nun verschlossenen Räumen? Zunächst: Die Türen schlagen nicht blitzschnell, sozusagen vor der Nase der Flüchtenden zu. Sie schließen zügig, aber so, dass man noch rechtzeitig flüchten kann.Auch nach dem Schließen der Türen durch die Feststellanlage können diese geöffnet werden. Nach jedem Durchgang sorgt die Feststellanlage wieder zuverlässig für rauchdicht verschlossene Türen.
Was ist durch den Betreiber zu beachten?2 Notizblock „Bei Abschlüssen, die durch Feststellanlagen offen gehalten werden, muss der für den Schließvorgang erforderliche Bereich ständig freigehalten werden. Dieser Bereich muss durch Beschriftung, Fußbodenmarkierung o.a. deutlich gekennzeichnet sein.Erforderlichenfalls ist durch konstruktive Maßnahmen sicherzustellen, dass Leitungen, Lagergüter oder Bauteile (z.B. Unterdecken oder ihre Bestandteile) nicht in den freizuhaltenden Bereich hineinfallen können.“aus Richtlinie für Feststellanlagen des DIBt
Dürfen Feststellanlagen auch mit Hand ausgelöst werden?2 Frau mit Liste Ja. Sie dürfen nicht nur, sie müssen mit Hand ausgelöst werden.„Jede Feststellvorrichtung muss auch von Hand ausgelöst werden können, ohne dass die Funktionsbereitschaft der Auslösevorrichtung beeinträchtigt wird. Diese Handauslösung muss sich in unmittelbarer Nähe des Abschlusses befinden und darf durch den festgestellten Abschluss nicht verdeckt sein. Sie muss gut sichtbar und einfach zu bedienen sein. Der Handauslösetaster muss rot sein. Sein Gehäuse muss die Aufschrift „Tür schließen“ tragen. Für „Tür“ darf auch eine genauere Bezeichnung, z.B. „Rolltor“, gewählt werden.Der Abschluss muss durch ein einmaliges kurzes Drücken des Handauslösetasters zum Schließen freigegeben werden. Der Schließvorgang darf durch nochmaliges Drücken nicht unterbrochen werden können.Bei Türschließern mit elektromagnetischer Feststellung – nicht jedoch bei sog. Freilauftürschließern – darf die Handauslösung entfallen, wenn die Feststellung durch geringen Druck auf das Türblatt aufgehoben werden kann.“aus Richtlinie für Feststellanlagen des DIBt
Müssen Feststellanlagen geprüft werden?2 Post-it-Notizen in Buch Ja. Feststellanlagen sind ein wichtiges Element des Brandschutzes im Gebäude. Deshalb wird durch den Gesetzgeber die Prüfung und Dokumentation der Prüfung gefordert.Es gibt die Abnahmeprüfung und die periodische Überprüfung. Die Abnahmeprüfung erfolgt nach dem betriebsfertigen Einbau einer Feststellanlage. Die Prüfung erfolgt je nach Bundesland durch einen Sachverständigen oder Sachkundigen. Es erfolgt die Prüfung der Funktion und der vorschriftsmäßigen Installation entsprechend dem Zulassungsbescheid.Zur periodischen Überwachung legt die Richtlinie für Feststellanlagen des DIBt fest:„Die Feststellanlage muss vom Betreiber ständig betriebsfähig gehalten und mindestens einmal monatlich auf ihre einwandfreie Funktion hin überprüft werden.Außerdem ist der Betreiber verpflichtet, mindestens einmal jährlich eine Prüfung auf ordnungsgemäßes und störungsfreies Zusammenwirken aller Geräte sowie eine Wartung vorzunehmen  oder vornehmen zu lassen, sofern nicht im Zulassungsbescheid eine kürzere Frist angegeben ist.Diese Prüfungen und die Wartungen dürfen nur von einer Fachkraft oder einer dafür ausgebildeten Person ausgeführt werden. Umfang, Ergebnis und Zeitpunkt der periodischen Überprüfung sind aufzuzeichnen. Diese Aufzeichnungen sind vom Betreiber aufzubewahren.“

Unfallkasse Sachsen: Planungshinweise für Türen im Verlauf von Rettungswegen in Kindertageseinrichtungen

passfoto-thomas-friedrich-openPCThomas Friedrich, Elektroplaner Vielen von Ihnen haben es schon erlebt: Die Kindereinrichtung ist fertig gebaut. Zur Abnahme kommt dann die Dame / der Herr von der Unfallkasse und stellt so unangenehme Fragen. Haben Sie nach der Sächsischen Bauordnung gebaut? Wurde die Arbeitstättenverordnung beachtet? „Natürlich!“ will man dann immer sagen und kommt trotzdem bei den Details ins Schwitzen. So entstehen schnell Feindbilder.Die Unfallkasse Sachsen beweist, dass das nicht sein muss. Im Dezember 2005 verfasste sie ein Rundschreiben mit den wichtigsten Planungsgrundlagen für Türen im Verlauf von Rettungswegen.Das hilft nicht nur dem Elektroplaner, sondern auch Bauherrn, Architekten und Bauplanern bei Ihrer Planungsarbeit.

Zitat aus Rundschreiben der Unfallkasse Sachsen, Abt. Prävention, Meißen 13.12.2005:

Kindertageseinrichtungen- Türen im Verlauf von Rettungswegen

1          SächsBO

§3 – Allgemeine Anforderungen

(1)Anlagen sind so anzuordnen, zu ändern und Instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht gefährdet werden.

(3)Die von der obersten Bauaufsichtsbehörde  durch öffentliche Bekanntmachung als Technische Bestimmungen eingeführten technischen Regeln sind zu beachten:

§14 – Brandschutz

Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.

§33 – Erster und zweiter Rettungsweg

(1)Für Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum wie Wohnungen, Praxen, selbstständige Betriebsstätten müssen in jedem Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie vorhanden sein. Beide Rettungswege dürfen jedoch innerhalb des Geschosses über denselben notwendigen Flur führen.

(2)Für Nutzungseinheiten nach Absatz 1, die nicht zu ebener Erde liegen, muss der erste Rettungsweg über eine notwendige Treppe führen. Der zweite Rettungsweg kann eine weitere notwendige Treppe oder eine mit Rettungsgeräten der Feuerwehr erreichbare Stelle der Nutzungseinheit sein. Ein zweiter Rettungsweg ist nicht erforderlich, wenn die Rettung über einen sicher erreichbaren Treppenraum möglich ist, in den Feuer und Rauch nicht eindringen können (Sicherheitstreppenraum).

(3)Der zweite Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr ist nur zulässig, wenn keine Bedenken wegen der Personenrettung bestehen.

§50 – Barrierefreies Bauen

(1)In Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen müssen die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei erreichbar sein.

(2)Bauliche Anlagen, die öffentlich zugänglich sind, müssen in allen dem allgemeinen Besucherverkehr dienenden Teilen von Menschen mit Behinderungen, alten Menschen und Personen mit Kleinkindern barrierefrei erreicht und ohne fremde Hilfe zweckentsprechend genutzt werden können.

Diese Anforderungen gelten insbesondere für

1.Einrichtungen der Kultur und des Bildungswesens,

2.Sport- und Freizeitstätten,

3.Einrichtungen des Gesundheitsschutzes,

4.Büro-, Verwaltungs- und Gerichtsgebäude,

5.Verkaufs- und Gaststätten sowie

6.Stellplätze, Garagen und Toilettenanlagen.

(3)Bauliche Anlagen nach Absatz 2 müssen durch einen Eingang mit einer lichten Durchgangsbreite von mindestens 0,90m stufenlos erreichbar sein. Die Treppen müssen Setzstufen haben.

2          ArbStättV

  Anhang 2.3 – Fluchtwege und Notausgänge

(2)Türen im Verlauf von Fluchtwegen oder Türen von Notausgängen müssen

a)sich von innen ohne besondere Hilfsmittel leicht öffnen lassen, solange sich Beschäftigte in der Arbeitstätte befinden,

b)in angemessener Form und dauerhaft gekennzeichnet sein.

Türen von Notausgängen müssen sich nach außen öffnen lassen. In Notausgängen sind Karussell – und Schiebetüren nicht zulässig.

DIN EN 179 – Notausgangsverschlüsse mit Drücker oder Stoßplatte

   Einleitung:

Hauptanliegen der in dieser Norm aufgeführten Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit ist es, ein sicheres und wirksames Entkommen durch eine Tür mit nur einer einzigen Betätigung zum Freigeben des Verschlusses zu erreichen, obwohl vorher Kenntnisse zu dessen Bedienung erforderlich sein können.

4.1 – Konstruktionsanforderungen

4.1.1 Ein Notausgangsverschluss muss so gebaut sein, dass er die Tür von der Innenseite mit einer einzigen Handbetätigung innerhalb 1 Sekunde freigibt, ohne dass ein Schlüssel oder eine vergleichbare Vorrichtung erforderlich ist.

4.1.2 Die Betätigung zum Freigeben eines Notausgangsverschlusses darf nicht entgegengesetzt zur Fluchtrichtung liegen.

4.1.3 Drückerbetätigte Notausgangsverschlüsse müssen so gebaut sein, dass das Freigeben durch eine Bewegung des Drückers in Abwärtsrichtung oder eine abwärts gerichtete Bewegung in Richtung der Bänder erfolgt.

4.2 – Gebrauchstauglichkeitsanforderungen

4.2.1.1 Verschlüsse mit Drücker

Bei der Prüfung eines Notausgangsverschlusses nach 6.3.2.1 darf die zum Freigeben des Verschlusses erforderliche Kraft 70 N nicht übersteigen.

Anhang

Empfehlungen für Installation und Befestigung

A12 Der Beschlag sollte normalerweise in einer Höhe zwischen 900mm und 1100mm über der Oberfläche des fertigen Fußbodens bei geschlossener Tür installiert sein.

Falls bekannt ist, dass die Mehrheit der Benutzer der Räumlichkeiten kleine Kinder sind, sollte eine Reduzierung der Beschlaghöhe in Betracht gezogen werden.“

Zitatende

Jetzt sollten Sie wieder etwas klüger geworden sein. Wenn Sie noch Fragen dazu haben, schicken Sie uns einfach eine E-Mail an die u. g. Adresse. Wir melden uns dann kurzfristig bei Ihnen.

 

Mehr Sicherheit, mehr Komfort, effizientere Organisation: Moderne Kommunikationstechnik in Kindertageseinrichtungen macht es möglich!

Die brauchen in der Kindertageseinrichtung  nur 1 Klingel! Und 1 Handy hat heutzutage sowieso jeder selber. Wozu also ein Telefon?  

So lautet oftmals der Tenor der Bauherrn und Betreibern von Kindertageseinrichtungen. Ist das wirklich so?

Passt diese Aussage noch ins 21. Jahrhundert?

Ich denke nein. Zu einer modernen, sanierten Kindertageseinrichtung gehört eben auch moderne Kommunikationstechnik.

Die folgenden Funktionen werden durch den Einsatz moderner Kommunikationstechnik erfüllt:

  • Anrufe nach außen sind leicht und bequem möglich.
  • Im Gefahrenfall ist eine sichere Kommunikation nach außen und zwischen dem Personal möglich.
  • Andere Dienstellen, Lieferanten und der Küchenbetreiber erreichen schnell und bequem den Ansprechpartner im Objekt.
  • Erzieher, Leitungs- und Küchenpersonal können sich untereinander anrufen. So wird die Organisation effizienter.
  • Die Sicherheit erhöht sich, weil die Kinder bei den internen Absprachen unter Aufsicht beleiben.
  • Die Kommunikation mit der Hauptzugangstür ist von jedem Gruppenraum aus möglich. So kommt nur herein, wer herein darf.

Worauf achtet nun ein guter Elektroplaner, damit Sie diese Funktionen erfüllt bekommen?

Er arbeitet mit Ihnen gemeinsam die folgenden Bereiche sehr sorgfältig ab:

  1. Das Telefon
  2. Die Klingel
  3. Die Türsprechanlage
  4. Das Internet

1.Das Telefon

Für die meisten von Ihnen ist es sicherlich selbstverständlich, trotzdem, möchte ich es als 1. Punkt aufführen: Die Kindertageseinrichtung sollte natürlich jederzeit zu erreichen sein und aus Sicherheitsgründen muss natürlich auch jederzeit heraus telefoniert werden können. Hier ist bereits in der Vorplanung zwischen Ihnen als Betreiber und dem Elektroplaner zu klären wie groß der Gesprächsbedarf für Telefongespräche ist. Danach richtet sich die Anzahl der geplanten Telefon-Anschlüsse und damit auch die Dimension der einzusetzenden Telefonanlage. Zu den Gesprächen ist noch der Fax- und Internetverkehr hinzuzurechen.

Kommt aufgrund des großen Gesprächsbedarfs eine ISDN-Telefon–Anlage zum Einsatz, ist zu beachten, das diese bei Stromausfall nicht funktioniert. Hier ist entweder eine zusätzliche Sicherheitsstromversorgung für die Telefonanlage einzusetzen oder der Elektroplaner sieht ein separates analoges Telefon im Leiterinnenzimmer vor. Von diesem kann man dann auch bei Stromausfall nach außen telefonieren.

Ins Zimmer der Leiterin gehört weiterhin ein Festnetztelefon. Aus unserer Erfahrung als Elektroplaner hat sich auch der Einsatz von Schnurlostelefonen bewährt. Die Basisstation verbleibt ebenso im Zimmer der Leiterin. Das oder die Handgeräte hat der Früh- und Spätdienst und ein weiteres Handgerät wird mit in die Außenanlagen genommen. So ist man auch da stets erreichbar.

Die Eltern haben durch die  Telefonanlage und die Schnurlostelefone die Möglichkeit jeder Zeit die Einrichtung zu erreichen. Als besonderes Komfortmerkmal kann die direkte Verbindung in die Gruppenräume gewährleistet werden.

Der Hausmeister bekommt in seinen Hausmeisterraum auch ein Telefon und kann von hier aus telefonieren. Er hat zwar auch ein Handy, da er mehrere Einrichtungen betreut. Aber so werden Gesprächskosten gespart. Ja, auch an so etwas denkt der gute Elektroplaner ;-)!

Das Telefon muss natürlich auch überall sein, das heißt: jede Erzieherin muss die Möglichkeit haben an 1 Telefon heranzukommen. Das erreicht man entweder durch die Schnurlostelefone oder durch ein engmaschiges Netz an Telefonen in jeder Gruppe oder jedem Gruppenvorraum. Hier empfehlen wir den Einsatz von fest installierten Wandtelefonen. Sie können nicht verlegt werden und die Kinder kommen nicht heran.

Zur weiteren Erhöhung der Sicherheit und des Komforts kann die Telefonanlage natürlich auch für Störungsmeldungen wie Gasaustritt, Wassereinbruch, Heizungsstörung, Brandalarm etc. genutzt werden. Die Störungsmeldung kann dann im Klartext oder als Datentelegramm  an einen Wachdienst, den Hausmeister, den Früh- oder Spätdienst, das Handy der Leiterin etc.  weitergeleitet werden kann.

2.Die Klingel

Die Klingel kann heute natürlich auch ein Gong oder das Rufsignal von Telefonen oder Türsprechanlagen sein.

Hier müssen wir als Elektroplaner mit Ihnen im Beratungsgespräch 5 Forderungen unter 1 Hut bringen.

Die 1. Forderung ist sicherlich, dass es „überall“ klingelt. Überall heißt: wenn jemand anruft oder wenn jemand an der Tür steht, muss es auf jeden Fall eine Reaktion aus und in der Einrichtung geben.

Die 2. Forderung ist die örtliche, gezielte Signalisation. Wenn jemand anruft und genau weiß wen er sprechen will, dann sollte er nur die Gruppe, die Leiterin, die Küche, den Hausmeister etc. erreichen. Die anderen brauchen dadurch nicht gestört werden. Das gilt auch für die Türsprechanlage. Wenn man weiß, wen man erreichen will, dann muss es nur dort klingeln.

Die 3. wichtige Forderung ist die Mittagsruhe der Kinder nicht zu stören. Die Klingel muss in den Ruhebereichen abstellbar sein. In dieser Zeit klingelt es nur im Leiterinnenzimmer oder in dem Zimmer wo sich der aktuelle Diensthabende befindet oder es klingelt dessen schnurloses Telefon. Diese Umschaltung realisiert man am Besten automatisch über eine Zeitschaltung. Da wird sie nie vergessen.

Die 4. Funktion ist die Spät-/Frühdienstfunktion. Hier werden alle zentralen Klingeln, die Türsprech- und Telefonsignale auf den Raum umgeleitet, in dem sich der Spät- oder Frühdienst befindet. Empfehlenswert ist deshalb auch die Aufschaltung der Klingel- und Türsprechfunktion auf die Schnurlostelefone.

Die 5. Forderung: Am Klingelton muss erkennbar sein, ob es sich um einen externen oder internen Anruf handelt oder ob das Signal von der Türstation an der Hauptzugangstür kommt.

Während unserer bisherigen Elektroplanungen haben sich noch die folgenden Empfehlungen herauskristallisiert:

  • Die Küche bekommt eine Klingel mit 2 verschiedenen Ruftönen. 1 Rufton für die Betätigung der Klingeltaste am zentralen Klingeltableau. 1 Rufton bei Betätigung des Ruftaster am Kücheneingang.
  • Die Leiterin und der Hausmeister erhalten eine separate Ruftaste mit entsprechender Klingel.
  • Um die örtliche Signalisation möglichst feingliedrig zu gestalten, muss das Klingeltableau mit zahlreichen Tasten ausgestattet werden.

3.Die Türsprechanlage

Die Türsprechanlage ist für die Kommunikation zur Tür bzw. dem Tor der Einrichtung und auch für den internen Verkehr vorgesehen. Durch die Kommunikation mit der Tür und dem Tor kann die Zugangsberechtigung geregelt werden. In Hauptzugangszeiten ist es empfehlenswert, die Tür ständig offen zu halten. Sonst wird das Personal durch laufende Anrufe von der Tür zeitlich überfordert.

Eine wichtige Funktion der Anlage ist die interne Kommunikation. Hier können sich die Erzieherinnen und Erzieher untereinander abstimmen. Damit erhöht sich die Sicherheit für die Kinder und auch für das Personal, weil sie die Gruppe nicht verlassen müssen, wenn sie sich mit anderen Kolleginnen oder zum Beispiel mit der Küche oder den Hausmeister abstimmen wollen.

Der Kücheneingang erhält eine separate Türsprechstation oder wenigstens eine separate Klingel. Dadurch ist die direkte Kommunikation zwischen Kücheneingang und Küchenpersonal möglich.

Entsprechend den örtlichen Gegebenheiten ist zu prüfen, ob der Eingang des Kinderwagenraumes eine zusätzliche Türsprechanlage und Türöffneranlage erhält, damit dort keine fremden Personen eindringen können.

Die Kommunikation zum Tor an der Grundstücksgrenze, das meist sehr weit entfernt ist, sollte auf jeden Fall gewährleistet werden.

Damit auch im Früh- oder Spätdienst die Signalisation erfolgen kann, empfehlen wir als Elektroplaner immer, in jeder Gruppe bzw. Gruppenvorraum eine Türsprechstelle zu installieren. So können die Eltern auch direkt die Gruppe ihres Kindes anrufen und brauchen andere nicht zu stören.

Im Zimmer der Leiterin wird entweder ein Tischsprechstelle installiert oder es erfolgt die Aufschaltung auf die Telefonanlage.

Der Hausmeister wird ebenfalls an die Türsprechanlage angeschlossen.

4.Das Internet

Mehr und mehr setzt sich auch in Kindertageseinrichtungen der Einsatz des Internets für Kinder und Erzieher durch.

Kind und Computer, Fluch oder Segen, das ist sicherlich bei der Internetnutzung der Hauptgrund, weshalb bei der Einführung gezögert wird.

Die missbräuchliche Nutzung des Internets ist oftmals ein  pauschaler Ablehnungsgrund für die Installation eines entsprechenden Netzes. Das Internet ist für kleine Kinder nichts!?

Das Internet wird zukünftig ein ganz normales Arbeitsmittel für jeden sein, wie es heute Telefon, Faxgerät und Handys sind. Teilweise ist es das jetzt schon. Im Berufs- und Ausbildungsprozess wird man ohne Internet nicht mehr auskommen und deshalb ist eine frühzeitige sinnvolle Heranführung an die Nutzung des Internets auf jeden Fall anzustreben. Wird der Umgang zielgerichtet angelernt, vermindert sich auch das Missbrauchsrisiko.

Über den Internetanschluss erfolgt die Bildung der Kinder und er kann außerdem auch für die Fortbildung der Erzieherinnen und Erzieher genutzt werden.

Gleichzeitig ergibt sich somit natürlich auch die Möglichkeit Betriebsabläufe zu vereinfachen. Datenabgleich und Verwaltungsprozesse können von einer zentralen Stelle vorgenommen werden. Die Kindertagestätte kann so auf einfache Weise auf den Server und damit den Datenbestand von zentralen Einrichtungen zurückgreifen. Dadurch kommt es zu einer Kostenminimierung im Verwaltungsprozess.

Das passive Netz kostet im Rahmen einer Sanierung oder einem Neubau einer Kindertagesstätte fast nichts und sollte deshalb auf jeden Fall mit vorgenommen werden. Dazu gehört in die Personal- und Büroräume jeweils 1 Anschlussdose, natürlich auch in jeden Gruppenraum.

Fazit:

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Thomas Friedrich, Elektroplaner

„Bloß eine Klingel und das eigene Handy sind sicherlich zu wenig. Zu einer sanierten Kindertagesstätte gehört auch die Installation moderner Kommunikationstechnik.“

 

Diese besteht aus:

  • komfortabler Telefonanlage
  • Signalisation sowohl im gesamten Haus als auch örtlich
  • Türsprechanlage für externe und interne Kommunikation
  • umfangreichen und komfortablen Internetzugang.

Jetzt sollten Sie wieder etwas klüger geworden sein. Wenn Sie noch Fragen dazu haben, schicken Sie uns einfach eine E-Mail an die u. g. Adresse. Wir melden uns dann kurzfristig bei Ihnen.