Energiesparen mit Präsenz- und Bewegungsmeldern

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  • 15. September 2011
Eine einfache und bewährte Methode Strom zu sparen ist der Einsatz von Präsenz- und Bewegungsmeldern. Je nach Einsatzfall sind Einsparungen von 10 bis 70% möglich. Amortisationszeiten von 1 bis 3 Jahren sind die Regel. Voraussetzung ist eine sorgfältige Planung und der bedarfsgerechte Einsatz von Präsenz- und Bewegungsmeldern.
Viele von Ihnen fragen sich jetzt bestimmt: Gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen Präsenz- und Bewegungsmeldern?
Die Praktiker unter Ihnen werden festgestellt haben, es gibt einen Unterschied: Den Preis. Für einen Mittelklasse-Bewegungsmelder im Innenbereich bezahlen Sie beim Fachhandel zwischen 70 und 90 Euro. Ein Mittelklasse-Präsenzmelder schlägt mit 110 bis 130 Euro zu Buche. Aber ein Präsenzmelder kann eben mehr. Was sind nun die typischen Eigenschaften der jeweiligen Melder?
„Grundsätzlich gibt es keinen Unterschied zwischen Bewegungsmelder und Präsenzmelder. Sie arbeiten physikalisch auf demselben Prinzip der Infrarottechnik. Eingebaute Infrarotsensoren registrieren Wärmestrahlung und wandeln diese in ein messbares elektrisches Signal um. Unser Körper sendet Wärmestrahlung aus. Diese Wärmestrahlung liegt im Infrarotbereich und ist für das menschliche Auge nicht sichtbar. Der Unterschied zwischen Präsenz- und Bewegungsmelder liegt in der Ausstattung ihrer technischen Parameter. Der Präsenzmelder kann, gegenüber dem Bewegungsmelder, das geschaltete Kunstlicht messen. Dadurch hat der Präsenzmelder den Vorteil, dass er zusätzlich zur Bewegung das Tageslicht und das Kunstlicht erfasst.“(1)
„Bewegungsmelder:
  • reagieren auf größere Gehbewegungen
  • sind ideal für den Einsatz in Außenbereichen
  •  eignen sich ebenso zum Einsatz in Räumen mit nur kurzzeitiger Nutzung (Flure, Treppenhäuser)
  • eignen sich für Bereiche mit geringem oder keinem Tageslichtanteil

Präsenzmelder:

  • reagieren bereits auf kleinste Bewegungen, auch bei sitzenden Tätigkeiten
  • sind ideal für Räume mit ausreichend Tageslichtanteil bzw. bei längerer Nutzung
  • bieten eine Mischlichtnutzung: Dabei werden die Anteile des Tages- und Kunstlichtes gemessen. Nur dann, wenn das Tageslicht nicht ausreicht, wird das Kunstlicht bei Bedarf dazu geschalten. Das sorgt –im Unterschied zum Bewegungsmelder – nochmals für erhebliche Einsparpotenziale in Büros, Klassenräumen, Besprechungszimmern.
  • bieten zusätzliche Einsparung durch eine bedarfsgerechte Steuerung von Heizung, Lüftung und Klima“ (2)
Für ein erfolgreiches Projekt ist natürlich eine sorgfältige Planung notwendig. Negative Erlebnisse hat wohl jeder auf dieser Strecke schon gesammelt: Die Außenbeleuchtung am Eigenheim, die bei jedem vorbeifahren PKW anschaltet. Der Austritt aus einem hell erleuchteten Aufzug ins dunkle, weil der Bewegungsmelder einem erst nach 3m erfasst. Das ausgehende Licht im Bürozimmer, weil der Präsenzmelder „denkt“, man ist nicht mehr im Raum.
Trotzdem gibt es natürlich viele gute Projekte und damit viele gute Energiesparmöglichkeiten. 2 aus dem großen Fundus der Projekte meines Büros möchte ich Ihnen vorstellen.
Eine gutes Beispiel für die bewegungsgesteuerte Außenbeleuchtung ist das Feuerwehrgebäude in Dohna mit dem angeschlossen Parkplatz für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Dohna. 3 wesentliche und separate Aufgaben für die Außenbeleuchtung waren zu lösen.

1.  Beleuchtung des Zugangs für die Einliegerwohnung 
2.  Beleuchtung der Parkplatzzufahrt mit vorderem Parkplatzbereich
3. Beleuchtung des hinteren Parkplatzbereiches

Die Mieter benutzen den öffentlichen Parkplatz nicht. Entweder sie kommen zu Fuß oder sie nutzen den Parkplatz direkt am Haus. Durch eine geschickte Anordnung der Bewegungsmelder wird jeweils nur der Fußweg oder die Einfahrt im Grundstück beleuchtet. Die Parkplatzleuchten bleiben komplett aus.
Der Parkplatz ist oftmals nur zur Hälfte belegt. Deshalb werden aus Bequemlichkeit nur die vorderen Plätze benutzt. Hier geht wiederum nur die Einfahrtbeleuchtung und die vordere Parkplatzbeleuchtung an. Der Zuweg zur Einliegerwohnung und der hintere Parkplatzbereich bleiben dunkel.
Nur wenn der vordere Parkplatzbereich belegt ist, müssen die Autos bis in den hintern Bereich fahren, dann geht hier zusätzlich zum vorderen Parkplatzbereich das Licht an. Der Zuweg zur Einliegerwohnung bleibt weiterhin unbeleuchtet.
Das Ganze ist also eine kleine, kostengünstige Lösung mit Pfiff und enormen Sparpotential. Die regte sogar den damaligen Bürgermeister von Dohna, Herrn Putzke, zu folgendem Ausruf an: „Die Parkplatzbeleuchtung ist ja richtig durchdacht. Ich bin das gar nicht mehr gewöhnt, dass ein Planer mitdenkt. Sehr gut!“
Das Mehr an Möglichkeiten eines Präsenzmelders gegenüber einem Bewegungsmelder zeigt die Installation im Sitzungszimmer der Polstermöbel Oelsa GmbH. Das Sitzungszimmer ist hauptsächlich zur Repräsentation für die Geschäftsleitung gedacht. Entsprechend hochwertig wurde die Installation ausgeführt. 
Betritt ein Besucher das Zimmer, und es ist noch kein weiterer Besucher anwesend, erkennt das der Präsenzmelder und schaltet das Licht in repräsentativen Bereichen an. Gleichzeitig wird das Bedienungstableau für die Beleuchtung, Heizung und Jalousiesteuerung angeschalten. Das Signet von Polstermöbel Oelsa erscheint auf dem Tableau. Die Heizung wird hochgefahren.
Bei ausreichendem Tageslichtanteil regelt der Präsenzmelder das Kunstlicht herunter. Das Licht und die Heizung im Schulungsraum werden ausgeschalten, wenn sich 15 Minuten keine Personen im Raum befinden.
In diesem Projekt haben wir fast alle Möglichkeiten eines Präsenzmelders ausgeschöpft. Zur Einsparung der Stromkosten kommt hier also auch noch die Einsparung von Heizungskosten hinzu.
Dieser Melder ist zusätzlich auf ein Bussystem aufgeschalten, dass weitere Möglichkeiten zulässt: z. B. eine Anwesenheitsanzeige an einem abgesetzten Tableau oder einem PC, die Deaktivierung oder das ständige EIN wenn die Putzfrau kommt u. a.
Noch vor 10 oder 15 Jahren wurden Präsenz- oder erst recht Bewegungsmelder trotz Ihrer Vorteile oftmals nicht von Architekten eingesetzt, weil Sie sehr klobig und unschön aussahen. Hier haben sich die Hersteller viel Mühe gegeben und herausgekommen sind richtige Schmuckstücke, oder?
Quellen:  (1) Homepage http://www.sonepar.de
          (2) Fa. Easylux, Newsletter 02/2011

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